Zwischenruf - Die Kolumne
Zwischenruf - das ist die neue Kolumne von unserem Fraktionsvorsitzenden Wilfried Klein, die ab sofort regelmäßig in unserem Newsletter DruckSache erscheint.
April 2012

Heraus zum 1. Mai!

Ein starkes Signal hat der Bonner Stadtrat in seiner Sitzung gesetzt: Wir sagen gemeinsam NEIN! Bonnerinnen und Bonner stehen für ein weltoffenes, tolerantes und durch Vielfalt und gegenseitigen Respekt getragenes Bonn ohne Platz für Aus¬grenzung und Rassismus. Und das ist gut so!
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März 2012

Und es gelingt doch!

Einstimmig hat der Rat zwei Personalien beschlossen: Das Theater erhält einen neuen Intendanten – dies war nötig geworden, weil Herr Weise für eine Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung stand – und das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung bekommt ebenfalls eine neue Leitung.

Zwei Personalien, einstimmig, im Rat der Stadt Bonn – bemerkenswert. Überhaupt, wie war denn die Stimmung so im Rat, wurde ich gefragt. „Heiter bis wolkig“ sind immer die Wetterangaben, wenn man nicht so genau weiß, was überwiegt.
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Februar 2012

Gutes bewahren und Notwendiges verändern.

Wie fängt man den ersten Zwischenruf an?
Hallo, ich bin die Neue?
Ganz stimmt es ja nicht. Bisher als Stellvertreterin von Wilfried Klein war ich ja auch schon da. Aber nun, in anderer Funktion.
Oft werde ich gefragt: „Was machst Du denn anders? Was wird sich denn jetzt ändern?“. Nun, darauf gibt es eine einfache Antwort: Wilfried Klein und Bärbel Richter sind zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Wir haben beide voneinander gelernt und werden dies auch weiter tun. Gutes bewahren und Notwendiges verändern, das ist meine Maxime.
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Dezember 2011

Endspurt…

Das Jahr ist im Endspurt, die letzten Meter liegen vor ihm. Das Ziel ist in Sicht-, ja, in Griffweite. Gleich schwenkt jemand die Zielflagge.

Wer auch immer als erster durchs Ziel geht – es ist nur der Vorlauf. Die Trophäe des Siegers im Wettbewerb ist noch nicht ausgelobt. Es folgen noch Zwischenrunde, Viertel-, Halb- und Finale.
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November 2011

Festspiele

Die Festspiele 2020 können kommen. Kraftvoll und mit großer Leidenschaft hat der Rat beschlossen, das Bonner Juwel ‚Beethoven‘ mit einem Diamanten zu veredeln. Vorangegangen war eine engagierte Debatte, in der die Unterstützer des Projektes sich in gegenseitiger Wertschätzung übertrafen…
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Oktober 2011

Maulhelden

Dem Rheinländer wird nicht eben nachgesagt, auf den Mund gefallen zu sein. Oder dass er zur Schweigsam- und Einsilbigkeit neigt. Er gilt als kommunikativ und unterhaltsam. Folgen muss das nicht immer haben – Hauptsache, man hat drüber geredet.

Was dem Rheinländer zur Ehre gereicht, kann in der Politik aber nicht gefallen. Da ist es dann eher Geschwätzigkeit und Großspurigkeit, wenn den großen Worten keine Taten folgen.
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September 2011

Heute hier, morgen dort...

In der Politik ist es ja eigentlich so, dass jedes Wort sorgfältig abgewogen wird, bevor es gesprochen wird, weil es Anlass zu Interpretationen, Bewertungen und Spekulationen geben kann. Dabei kann auch schon mal das besonders interessieren, was gar nicht an- und ausgesprochen wird.

Debatten über gehaltene Interviews, getroffene Aussagen und vorgetragene Reden sind daher „normal“. Bemerkenswert ist aber, wenn im Vorfeld über Aussagen von Reden gestritten wird, die noch gar nicht gehalten sind. Ist das der Fall, muss schon was ganz Besonders, Großes passiert sein - oder passieren. So war es in Bonn im Vorfeld der Eröffnung der Beethovenfestspiele. Ganz (?) Bonn debattierte über die mögliche Rede des OBs.
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Juli 2011

Alternativlos

Alternativlos - das „Unwort“ des Jahres 2010. Eine Jury von Sprachforschern hatte das Wort gewählt. Zur Begründung hieß es unter anderem: "'Alternativlos' heißt, es lohnt sich nicht mehr, darüber zu reden. Das ist in der Politik gefährlich." Damit wurde das Wort aus dem Sprachschatz der meisten politisch Verantwortlichen gestrichen.
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Mai 2011

Systemrelevanz

Wenn in Deutschland ein Begriff zu Stirnrunzeln geführt hat, dann war das in den letzten Jahren "Systemrelevanz". Mit der Systemrelevanz wurde immer dann argumentiert, wenn es galt, staatliche Finanzhilfen für angeschlagene Banken zu rechtfertigen, um das Bankensystem insgesamt zu retten. Auch die Hilfe für Griechenland, Irland und Portugal wurde nicht nur mit der allgemeinen EU-Solidarität begründet, sondern auch damit, dass damit das EURO-System stabilisiert wird - insofern auch mit Systemrelevanz.

Was für Banken und (fremde) Staaten gilt und dem deutschen Staat Milliarden wert ist, muss aber auch für das eigene Gemeinwesen gelten.
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April 2011

Kartage

Es sind nur noch wenige Tage bis Ostern. Dieser im strengen Sinne höchste Feiertag wird vorbereitet durch die Karwoche, deren bekanntester Tag der Karfreitag ist. Es gehört immer noch zum Allgemeinwissen, dass die Karwoche, zumindest aber der Karfreitag, eine „stille“ Zeit ist, die sich am Wortsinn des „Wehklagens“ orientiert. Die Tage dienen vielen auch als Gelegenheit zum Innehalten, zum Zeit anhalten, zum Nachdenken. Über sich, über die Welt. Und nach dem Wehklagen beginnt dann aber wieder das Leben, in all seinen bunten Facetten. Und die Freude. Ostern halt.
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März 2011

Närrische Tage

Die Rheinländer – und auch die Rheinländerinnen – rühmen sich ihrer saisonalen (Jecke sagen: sessionalen) Verrücktheit. Nicht wenige in der Republik fragen dann aber: Seid Ihr eigentlich immer „jeck“? Nein, mitnichten. Der Rheinländer – und auch die Rheinländerin – ist ein besonnenes Wesen, durchaus vernunftbegabt, aber mit einem Hang zur Leichtigkeit, vielleicht auch Lässigkeit. Levve und levve losse, aber ernst, wenn es um die Heiterkeit geht – das gilt sicher nicht nur im Karneval. Aber alles in Maßen. Und alles zu seiner Zeit. Der Bonner Rat setzt aber seit Monaten neue Maßstäbe und begründet den ganzjährigen (schlechten) Karneval.

Das Literatenkomitee der Schwarz-Grünen Funken verantwortet ein Programm, das gespickt ist mit altbekannten Kräften, die die großen Bühnen gesehen, aber lange nicht mehr betreten haben. Wie es zu einer richtigen Karnevalssitzung gehört, gibt es natürlich auch eine Festschrift, die täglich erscheint und immer wieder aufs Neue das Literatenkomitee und sein Programm über den grünen (oder schwarzen) Klee lobt, selbst wenn die Kräfte zum zehnten Mal den alten, schon lange kein närrisches Kränzchen mehr zum Schunkeln bringenden Witz erzählen. Auch dass große Teile des Publikums das Programm langatmig, großmäulig und wenig zündend finden, beeindruckt das Literatenkomitee nicht – die Festschrift ist immer noch voll von bunten Bildern, reißenden Berichten und Schenkelklopfer-Kommentaren.
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Januar 2011

Ewig grüßt das Murmeltier

Wenn man Äußerungen zu den Bonner Stadtfinanzen liest, muss man immer genau auf das Datum achten: „Eigentlich ist Bonn schon pleite.“ Mit diesen Worten hat der Bonner Kämmerer Peter Pollmann in den frühen 80er Jahren die Finanzsituation unserer Stadt umschrieben. Schon viele Jahre vorher haben Bonner Kommunalpolitiker die Unterfinanzierung der Städte im Allgemeinen und von Bonn im Besonderen kritisiert. Wirklich verändert hat sich seit diesen Befunden nichts. Immer noch klagt der Kämmerer, dass Bonn „pleite“ ist, immer noch kritisieren Kommunalpolitiker die chronische Unterfinanzierung ihrer Städte und Gemeinden. Und auch nicht neu sind Spar-Appelle und Bekenntnisse aller Verantwortlichen und der Medien, es jetzt aber ernst zu meinen mit der Sanierung der städtischen Finanzen.
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November 2010

Qualität der Gemeinsamkeiten

Zusammenstehen! Das war und ist das Motto unseres Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch.
Zusammenstehen! Das war und ist auch die Forderung der Bürgerinnen und Bürger an den Stadtrat, wenn es um die aktuellen Probleme geht. Nicht Zwist, Streit und öffentliche Auseinandersetzung wollen die Bonnerinnen und Bonner sehen, sondern Lösungen, und das am besten gemeinsam.

Die letzten Monate waren hingegen vom Gegenteil geprägt – die schwarz-grüne Ratsmehrheit mühte sich „redlich“, möglichst viele Konfliktpunkte zum OB und zu den anderen Ratsfraktionen zu suchen, zu finden und diese dann auch öffentlich auszutragen. Einer Lösung des Problems diente das zwar nicht, aber der eigenen Profilierung. Hier scheint es jetzt ein Umdenken zu geben.
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September 2010

Bonn kann mehr – Starke Stadt mit starken Menschen

Ein Jahr nach der Kommunalwahl gibt es nicht wenige Beobachter, die sich über zunehmenden Stillstand in der Stadt beklagen. Und der Stillstand bezieht sich nicht nur auf die Baustelle WCCB. Dennoch hat die Diskussion um dieses gleichermaßen wichtige wie dramatisch in Schieflage geratene Projekt das Klima in unserer Stadt verändert: Dort wo einst Mut zu Entscheidungen und Entschlossenheit beim Aufgreifen und Lösen neuer Problemlagen vorherrscht, herrscht jetzt ein Klima der Angst, des Verdachts, der Aggression. Hochqualifiziertes Personal verlässt Bonn, wichtige Projekte werden zurückgestellt, die Dynamik, die den erfolgreichen Strukturwandel angetrieben hat, geht verloren.
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Oktober 2010

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.

Wieder mal geht ein Internationales Beethovenfest zu Ende, um das Bonn von vielen in der Republik beneidet wird. Es ist nicht das Bonner Verdienst, dass Ludwig van Beethoven vor 240 Jahren in unserer Stadt geboren worden ist. Es ist aber eine Bonner Chance, aus diesem Glücksfall der Geschichte mehr zu machen. Daher verwundert es nicht, dass gerade wieder in der Festivalzeit viele aufmerksame Zeitgenossen den Zustand der Bonner Beethovenhalle – und manche meinen: der Bonner Kultur insgesamt – beklagen. Nicht zeitgemäß, nicht zukunftsfest – so oder so ähnlich lauten die Kommentare zu dieser Halle. Mag es auch sein, dass dort Geschichte geschrieben worden ist: Zukunft – für die Bonner Kultur – wird dort sicher nicht mehr lange geschrieben.
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Dezember 2010

Der Berg, der Hund und die Stadt…

Brillen sind ein hilfreiches Mittel, um fehlende Sehschärfe auszugleichen und um wieder klar und deutlich zu erkennen, was „ist“. Aber auf die richtige Stärke kommt es an. Und manchmal auch auf die Tönung. Sonst sieht man Dinge weiter verzerrt und auch schon mal im falschen Licht. Anlässlich von einem Jahr „Schwarz-Grün“ im Bonner Stadtrat hatten sie wieder Konjunktur, die Brillen mit falscher Sehstärke und seltsamer Tönung. Schwarz-grüne Brillen waren besonders gefragt. Und in strahlendem Licht erschien da das, was die Koalition, die im Dezember 2009 mit so vielen Ankündigungen gestartet war, geschafft hat.
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