Bonner Friedhofssatzung trägt Entwicklungen in der Bestattungskultur Rechnung – Ortsteilfriedhöfe sind kostbares Gut – Ethische Bedenken weit gehend berücksichtigt

Angelika Esch

Die Ratsgremien beginnen in diesen Tagen mit der abschließenden Beratung der neuen Friedhofssatzung; gleichzeitig müssen sie über den Entwurf für eine neue Gebührenordnung befinden. Hierzu erklärt die Stadtverordnete der SPD, Angelika Esch, Sprecherin ihrer Fraktion im Bau- und Vergabeausschuss, für ihre Fraktion:
„Der Entwurf eröffnet den Hinterbliebenen weit reichende Freiheiten für einen individuellen Abschied und neue Formen des Gedenkens an den Verstorbenen. Viele Zwänge der bisherigen Gesetzgebung werden aufgehoben. Soweit wie möglich werden die Voraussetzungen geschaffen, dass Bestattungen unter Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung und der Glaubensgemeinschaften vorgenommen werden können. Damit trägt der Entwurf der geänderten Bestattungskultur Rechnung. Ethische Bedenken gegen bestimmte neue Formen, die das neue Bestattungsgesetz NRW zulässt, und vor allem von den christlichen Kirchen vorgetragen worden sind. wurden so weit möglich berücksichtigt.
Bonn hat, als eine der wenigen deutschen Großstädte, eine dezentrale Friedhofsstruktur. Neben den großen Zentralfriedhöfen gibt es in fast allen Ortsteilen weitere Ruhestätten. Die SPD-Ratsfraktion setzt sich dafür ein, dass diese auch weiterhin erhalten bleiben. Sie sind ein kostbares Gut. Diese dezentrale Struktur führt allerdings zu erheblichen (Mehr-)Kosten, die über die Gebühren zu finanzieren sind.

Bei der Gebührenberechnung wurde bislang vor allem auf Basis der Grabgröße berechnet. Dies hatte zur Folge, dass bei der Gebührenkalkulation immer das Reihen- bzw. Wahlgrab wegen der Größe mehr belastet wurde als das Urnengrab. Hier begrüßen wir die Anlehnung an das so genannten „Kölner Modell“, das neben der Grabgröße stärker auch die Nutzungsdauer und die sonstigen Kosten, wie Unterhaltung der Wege- und Grünflächen und der sonstigen Infrastruktur eines Friedhofes berücksichtigt. Dies führt zu einer größeren Kostengerechtigkeit. Wir werden daher dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen.“

Ansprechpartnerin: Angelika Esch, Sprecherin im Bau- und Vergabeausschuss,
Tel: 94833287, e-mail: info@nullangelika-esch.de