Korridor Rotterdam – Mailand führt durch Bonn

„Die Europäische Kommission plant ein vorrangig für den Güterverkehr bestimmtes und nach Korridoren gegliedertes europäischen Schienennetzes. Als möglicher Korridor gilt die Strecke "Rotterdam-Mailand", die auch durch Bonn führt. Ohne Entlastungsstrecke und mehr Lärmschutz wird es dann in Bonn noch lauter werden", meint Bonns Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber. „Zudem wird der Gütervorrang den örtlichen Verkehr beeinträchtigen. Denn die Schienenstrecke ist eine Mischverkehrsstrecke, die derzeit von Regional-, Fern- sowie Güterverkehren gleichermaßen genutzt werden", erklärt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn, Werner Esser. „Durch den Güterverkehr bedingte Verspätungen und Ausfälle könnten das Umsteigen auf die umweltfreundliche Alternative Bus und Bahn unattraktiver machen", befürchten Esser und Kelber.

In einer Anfrage an den Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz wollen Esser und Kelber darum genau wissen, wie sich der Verkehr künftig entwickeln wird. Die Verwaltung soll berechnen, welche Auswirkungen der Gütervorrang auf den Personenverkehr hat, besonders auf die Anbindung des Bonner Hauptbahnhofs und des DB-Haltepunktes "internationales Viertel". Kelber erinnert daran, dass die Deutsche Bahn schon 2008 die beliebte IC-Verbindung "7.22-Uhr" ersatzlos gestrichen hat. "Viele Pendler waren damals stinksauer", so Kelber weiter.

Esser und Kelber sind davon überzeugt, dass sich der Gütervorgang auf dieser Strecke negativ auf Bonns Entwicklung auswirkt und fordern die Bezirksregierung auf, sich für eine Entlastungsstrecke einzusetzen und gegen den Gütervorrang einzusetzen.