„Im Rosenfeld“: Ratskoalition gibt städtische Fläche unnötig aus der Hand

In Buschdorf wird demnächst ein neues Wohngebiet entstehen. Die Verwaltung wurde von der Ratsmehrheit um CDU, Grünen und FDP beauftragt, das Gebiet „Im Rosenfeld“ zwischen der Autobahn 555, der Stadtgrenze zu Bornheim, der Buschdorfer Straße, der Stadtbahnlinie und der Schickgasse europaweit auszuschreiben.

Die SPD-Fraktion hat diesen Beschluss abgelehnt und sich für eine städtische Projektgesellschaft unter Beteiligung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag ausgesprochen. Diese hätte für wesentliche Teile der Umsetzung, beispielsweise die Entwicklung des Baugebietes, verantwortlich sein können.

Dr. Helmut Redeker

„Grundsätzlich begrüßen wir jedes Bauprojekt, das Wohnungen in den angespannten Bonner Wohnungsmarkt bringt“, so Dr. Helmut Redeker, planungspolitischer Sprecher der Fraktion. „Kritisch sehen wir aber den Verkauf von Flächen, die in Bonn Mangelware sind an Private. Eine städtische Projektgesellschaft und die Beteiligung der Vebowag würden Vorteile für die Stadt Bonn bringen, die mit einer privaten Investorin oder einem privaten Investor nicht zu erwarten sind.“ Zunächst einmal müsste die Stadt kein Eigentum aus der Hand geben. „Eigene Flächen sind für die Stadt leichter zu steuern, etwa bei der Frage, an wen darauf befindliche Wohnungen vermietet werden. Dazu würde die Stadt von den Mieteinnahmen mindestens indirekt über die Vebowag dauerhaft profitieren. Auch die Miete, welche die Stadt Bonn für die Menschen übernimmt, die dafür nicht selbst aufkommen können, bliebe bei einem städtischen Unternehmen. Jetzt gehen diese sogenannten Kosten der Unterkunft voraussichtlich an eine private Investorin oder einen privaten Investor.“

Golalei Mamozei

„Buschdorf bekommt mit diesem Bauprojekt eine neue Siedlung mit erheblicher Größe“, ergänzt Golalei Mamozei, Stadtverordnete für Neu-Tannenbusch und Buschdorf. „Auch das ist ein Grund, warum die Stadt möglichst viel Kontrolle über das Projekt in der eigenen Hand behalten sollte. Sie weiß um die Besonderheiten des Stadtteils und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten. Eine private Firma wird daran eher nicht interessiert sein, sondern einen möglichst billigen Weg suchen.“