Wohnen – es tut sich was!

Städtische Grundstücke nicht mehr zu verkaufen – das ist seit Langem eine unserer zentralen Forderungen, die nun endlich Gestalt annimmt. Im Koalitionsvertrag festgeschrieben und gestern in der den Rat ersetzenden Hauptausschusssitzung beschlossen: Zukünftig werden städtische Baugrundstücke ausschließlich als Erbbaurecht vergeben. Das ist vor dem Hintergrund des immer knapper werdenden Baulands und der steigenden Bodenpreise eine sinnvolle Maßnahme, um der Stadt langfristig Einfluss auf die Nutzung und Entwicklung von Flächen sowie Einnahmen zu

Peter Kox Bild: ©s.h.schroeder

sichern. Der Erbbauzins liegt zukünftig bei 1% und ermöglicht damit auch Investoren preiswerten Wohnungsbau.

Ein weiteres Ziel ist die Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums. Derzeit verliert Bonn kontinuierlich geförderte Wohnungen, weil sie vertragsgemäß aus der Bindung fallen. Seit zehn Jahren ist der Bestand an öffentlich gefördertem Wohnraum stark rückläufig. Aktuell gibt es nur noch rund 10.000 Wohnungen, die Haushalten mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung stehen. Hiervon befinden sich jedoch mehr als die Hälfte in der zehnjährigen Nachwirkungsfrist, d.h. auch diese Wohnungen fallen kurz- bzw. mittelfristig aus den Bindungen heraus. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum stark an. Als Koalition haben wir deshalb in einem Antrag den Erhalt von Sozialwohnungen gefordert. In ihrer Stellungnahme verweist die Verwaltung auf die zentrale Bedeutung der VEBOWAG bei der Schaffung von öffentlich geförderten Wohnraum. Wir haben diese herausragende Rolle bereits im Koalitionsvertrag betont und festgeschrieben, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft seitens der Verwaltung mehr Unterstützung erfährt, u.a. bei dem Erwerb und der Entwicklung von Flächen. Die Verwaltung hat unsere Einschätzung nun bestätigt.