Neues aus dem Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen

Im Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen standen einige Bauvorhaben zur Entscheidung an.

Stadt und Universität haben vereinbart, dass zu allen Bauvorhaben auf dem Campus Poppelsdorf Wettbewerbsverfahren mit einer Jury aus Fachleuten und politischen Vertreter*innen der Stadt durchgeführt werden, um die Qualität der baulichen Gestaltung sicherzustellen. Aber das Wissenschaftsministerium hat bei allen vom Land geförderten Forschungsbauten die Durchführung solcher Wettbewerbsverfahren untersagt. Hätten wir auf die vertragliche Vereinbarung bestanden, wären der Uni 90 % der Landesförderung entgangen. Damit wäre der neue Forschungsbau erstmal nicht zu realisieren. Natürlich lassen wir unsere Uni nicht im Regen stehen und haben auf das Wettbewerbsverfahren verzichtet. Im Gegenzug sicherte die Uni zu, die Stadt zumindest beratend am Verfahren zu beteiligen. Dieses kommunenfeindliche Vorgehen stieß nicht nur im Planungsausschuss auf Unverständnis, auch die Experten*innen des Städtebaus- und Gestaltungsbeirates äußerten eine ungewöhnlich klare Kritik am Vorgehen des FDP-geführten Ministeriums.

Gabriel Kunze Bild: ©s.h.schroeder

Das Gelände der ehemaligen Bonner Fahnenfabrik in Graurheindorf soll neu gestaltet werden. Der Investor plant, das alte Fabrikgebäude aus der Jahrhundertwende zu erhalten und um eine moderne Aufsattelung zu ergänzen. Hier sollen Büros, Multifunktionsräume und auch Gastronomie entstehen. Die restlichen Fabrikgebäude sollen abgerissen und durch Wohngebäude ersetzt werden. Das Gelände ist durch seine Lage direkt neben der Autobahn schwer zu entwickeln. Wir haben deshalb der Bauvoranfrage zugestimmt und auf den Erlass eines Bebauungsplans verzichtet. Die Planungen stecken noch in den Kinderschuhen und werden nun detailliert überarbeitet.

Um das historische Beueler Combahnviertel zu schützen, folgte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, eine Satzung für die Ausweisung des Denkmalbereichs Combahnviertel zu erarbeiten. Bei der Ausweisung als Denkmalbereich geht es im Wesentlichen um den Erhalt der städtebaulichen Grundstruktur im Zusammenwirken mit der Bausubstanz. Es handelt sich also um die Entwicklung im Einklang mit den schutzwürdigen Bestandteilen, wie zum Beispiel Straßenraum mit Baumbestand, Vorgärten und Freiflächen, Blickbezüge, Fassadengestaltung und Dachlandschaften.

Nach Abriss des alten Postbankgebäudes in der Kennedyallee sollen hier Büros und bis zu 380 Wohneinheiten entstehen. Die bisherigen Planungen sind stark kritisiert worden, wie zum Beispiel die Kritik an der Tiefgarage die eine sehr große Fläche einnehmen soll. Daher haben wir der Öffentlichen Auslegung der Planung mit der Maßgabe zugestimmt, dass die Tiefgarage eine kleinere Fläche einnehmen soll. So können mehr Bäume erhalten bzw. neu gepflanzt werden aber auch viele neue Wohnungen entstehen.

Auch ein erster wichtiger Schritt in Richtung klimaneutraler Städtebau ist gemacht. Gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern haben wir beschlossen, dass beim Bau neuer Gebäude in Bonn zukünftig die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen vorzusehen ist. Diese Vorgabe soll nicht nur in allen zukünftigen Bebauungsplänen vorgeschrieben, sondern auch in allen laufenden Bebauungsplanverfahren berücksichtigt werden, sofern diese noch nicht öffentlich ausgelegt wurden.

Ergänzend zu den bereits beschlossenen Veränderungen an der Ausschreibung des Wettbewerbs zur Neugestaltung der Bonner Rheinpromenade setzten wir als Koalition durch, dass auch eine öffentliche Toilette im Konzept an der Rheinpromenade vorgesehen wird. Nun sind wir gespannt auf die Wettbewerbsergebnisse.