Zwischenruf – Bauen, Bauen, Bauen lautet die Devise

Es geht voran: Allein für das Jahr 2021 sieht das Städtische Gebäudemanagement 85 Mio. EUR für Baumaßnahmen vor – mit steigender Tendenz in den nächsten Jahren. In den letzten Wochen wurden viele Beschlüsse gefasst zum Bau, Ausbau oder der Sanierung von Kitas, Schulen und OGS. Das ist gut und das haben wir immer gefordert. Denn Bonn boomt und dem müssen wir gerecht werden. Der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz greift in 2025 – hier müssen wir liefern. Investitionen in Bildung, in unsere Kinder und Jugendlichen sind nachhaltige und soziale Investitionen – Investitionen in unsere Zukunft.

Angelika Esch Bild: ©s.h.schroeder

Bauen, Bauen, Bauen – das gilt auch für das Thema Wohnen. Natürlich ist das Hotel Bristol Teil der Bonner Republik und damit ein wichtiger Teil unserer Geschichte. Aber soll es deshalb unter Denkmalschutz gestellt werden? Ein Gebäude in Toplage, das acht Jahre vor Auslaufen des Pachtvertrages aufgrund gravierender baulicher Mängel abgerissen werden soll? Beim Hotel Bristol besteht die Chance, in zentraler Lage Wohnungen zu bauen – 123 an der Zahl, davon 20 geförderte. In Anbetracht des Wohnungsmangels und der wenigen noch verbleibenden freien Flächen dürfen wir keine Möglichkeit ungenutzt lassen, Wohnraum zu schaffen.

Seit Jahren wiederholen wir mantraartig die Bedeutung der Schaffung von Wohnraum. Vor allem von bezahlbarem Wohnraum. Wer gibt nur 30 % seines Einkommens für die Miete aus? In Bonn sind das nicht viele. Bonn ist eine der Städte Deutschlands mit den höchsten Mieten. Dabei ist Wohnen ein Grundrecht. Es ist gut, dass nun die Projektgruppe „Geförderter Wohnungsbau in Bonn“ Zahlen und Strategien vorgelegt hat. Bei mehr als 300.000 Einwohnenden gibt es derzeit nur rund 10.000 Wohnungen, die einer Mietpreisbindung unterliegen und an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben werden. Hält die derzeitige Entwicklung an, werden es im Jahr 2030 nur knapp 4.300 Wohnungen sein. Dabei hätte Schätzungen zufolge die Hälfte der Bonner*innen Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein. Eine dramatische Entwicklung. Hier muss gegengesteuert werden. Neben der Verschärfung des Bonner Baulandmodells haben wir durchgesetzt, dass städtische Grundstücke nicht mehr verkauft, sondern nur noch in Erbpacht vergeben werden. Wir bleiben weiter am Ball, um Wohnungsbau in unserer Stadt zu erleichtern und zu ermöglichen.