Bezirksvertretung Bad Godesberg: 80 neue Wohnungen für Mehlem und Chancen für den Amerikanischen Club

Bebauung Schlossallee: Die Bezirksvertretung hat grünes Licht für den nächsten Schritt bei einem umstrittenen Bauprojekt in Mehlem gegeben. An der Schlossallee sollen auf dem Gelände der jugoslawischen Botschaft etwa 80 Wohnungen und ein Lebensmittel-Vollsortimenter zur Nahversorgung gebaut werden. Die Bezirksvertretung schloss sich den Änderungsvorschlägen des Planungs-ausschusses an, insbesondere zur geringeren Größe des Nahversorgers sowie größerem Abstand zu umliegenden Gebäuden. Im Verlauf der teils hitzigen Debatte bekannte sich der BBB in bemerkenswerter Klarheit und mit kruden Begründungen dazu, dass sie Wohnungsbau eigentlich für verzichtbar und in diesem Mehlemer Villengebiet allenfalls Stadtvillen für akzeptabel halten. Das ist diametral entgegengesetzt zu unserer Position – denn wir haben fest im Blick, vor welchen Problemen Menschen ohne große Erbschaften bei der Wohnungssuche stehen. Und gerade in Villengebieten sind einige Mehrfamilienhäuser unter dem Aspekt der Bevölkerungsstruktur  auch sehr sinnvoll.

Dr. Uli Barth
Dr. Uli Barth Bild: s. h. schroeder

Verkehrswende kurios am Goldbergweg: Einen großen Schritt voran sind wir mit unseren Bemühungen gekommen, die Fahrradanbindung für den Heiderhof zu verbessern. Die Bezirksvertretung hat beschlossen, den Schutzstreifen am Goldbergweg zu verbreitern und verschiedene Einmündungen rot zu markieren. Darüber hinaus werden alternative Wegeführungen geprüft.

Bizarr war, dass die Grünen die Prüfung eines geschützten Radfahrstreifens am Goldbergweg verhindert haben: Vermutlich hätte auf der überbreiten Fahrbahn durch eine geringfügige Verbreiterung der Straße um ca. 40cm eine sichere Anlage wie an der Sandkaule in Bonn eingerichtet werden können. Die Godesberger Grünen sahen die Bäume am Straßenrand aber allein schon durch die Prüfung als zu stark gefährdet an und stimmten mit dem BBB dagegen.

Sanierung des Amerikanischen Clubs: Eine „wunderbare Nachricht“, wie es unser stellvertretender Bezirksbürgermeister Gabriel Kunze formulierte, gab es zum Amerikanischen Club in Plittersdorf: Das denkmalgeschützte Gebäude steht seit über 20 Jahren leer und verfällt. Für die Bonn International School, die das Gebäude von der Vebowag gepachtet hat, erwiesen sich die Sanierungskosten als zu hoch. Nun hat die in Bonn ansässige Montag-Stiftung Interesse bekundet, das Gebäude zu sanieren und an einen Trägerverein zu übergeben, der dort unter dem Motto „Open Embassy for Democracy @ AMERICA CLUB“ einen offenen und geschützten Raum für die Arbeit an Demokratie, Offenheit, Inklusion und Toleranz betreiben soll. Das Konzept ist aus unserer Sicht ausgesprochen attraktiv. Noch nicht geklärt ist allerdings, welche Kosten in diesem Zusammenhang auf die Stadt zukommen würden; es bleibt also spannend.