Rat: Verkehrswende, kein Weltende

Die Ratssitzung war geprägt von Verkehrsthemen. Wir brauchen echte Alternativen zum Auto, damit mehr Menschen auf Bus, Bahn und Rad umsteigen.
Einstimmigkeit herrschte dazu, dass die Planungen für die Seilbahn von Beuel hoch auf den Venusberg fortgeführt werden sollen. Die Seilbahn soll Teil des ÖPNV-Netzes sein, sodass man zum Beispiel morgens mit dem Jobticket im Gepäck staufrei zur Arbeit schweben kann. Von der Haltestelle Ramersdorf/Schießbergweg, über die Rheinaue, zum UN-Campus über den Loki-Schmidt-Platz würde die Trasse hinauf zum Universitätsklinikum führen. Damit liegen gleich zwei von fünf Haltepunkten an Bahnstationen der Deutschen Bahn (DB). Der Haltepunkt Schießbergweg/Ramersdorf ist gleichzeitig auch die Haltestelle der künftigen verlängerten S13, die Bonn über Troisdorf mit dem Flughafen Köln/Bonn verbinden wird. Linksrheinisch verknüpft der Seilbahnhaltepunkt UN-Campus den gleichnamigen Bahnhof der DB. Der Nutzen der Seilbahn liegt klar auf der Hand: knapp 15.000 Fahrgäste täglich würden die Seilbahn benutzen. So lassen sich jährlich 12 Mio. PKW-Kilometer vermeiden. Die Seilbahn ist eine große Chance, um den Straßenverkehr, insbesondere auf der B9, zu reduzieren. Hinzu kommt, dass die Seilbahn unabhängig vom Straßenverkehr ist und damit nicht im Stau stecken bleiben kann und somit ein sehr verlässliches Verkehrsmittel ist. Die Seilbahn wird auch als touristische Attraktion die Stadt enorm aufwerten.

Angelika Esch Bild: ©s.h.schroeder

Einen Meilenstein haben wir auch beim Cityring erreicht: Die Verkehrsführung vor dem Hauptbahnhof wird geändert. Zukünftig soll der Bereich vor dem Hauptbahnhof Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und Bussen und Bahnen vorbehalten sein. Dies ist wichtig, damit die Detailplanungen für den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs endlich beginnen können. Konkret wird es so sein, dass die Maximilianstraße im Abschnitt Wesselstraße bis Am Hauptbahnhof für den Fuß- und Radverkehr ausgewiesen wird. Auch weiterhin wird der Lieferverkehr der Gebäude und Ladenlokale möglich sein. Es ist gut, dass die Entscheidung jetzt endlich getroffen wurde, sodass die Detailplanungen für den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs endlich beginnen können.

Auch die Stadtbahn von Beuel über Niederkassel nach Köln rückt näher. Die Stadtbahn würde eine längst überfällige Verbindung der rechtsrheinischen Ortschaften untereinander und mit Köln schaffen, wo sie mit der Linie 7 verknüpft werden würde. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für den ÖPNV in der Region. Es ist gut, dass die Planungen nun vertieft werden. Auch der barrierefreie Ausbau von Bus- und Bahnhaltestellen geht weiter. Wir haben den barrierefreien Ausbau der Beueler Haltestellen „Doktor-Weis-Platz“ und „Obere Friedrichstraße“ auf der Friedrich-Breuer-Straße beschlossen. Wir brauchen für das gesamte Stadtgebiet barrierefreie Haltestellen. Busse und Bahnen müssen bequem genutzt werden können, egal ob man mit Rollstuhl, Kinderwagen, Krücken, Rollator oder schwerem Koffer unterwegs ist.

Im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 müssen die Bonner Gymnasien fit gemacht werden. Durch die größere Anzahl der Schüler:innen werden mehr Räumlichkeiten benötigt. Das betrifft Klassenzimmer, Mensen, Sporthallen, Lagerräume usw. Wir haben die Erweiterungen für das Nicolaus-Cusanus Gymnasium und das Beethovengymnasium auf den Weg gebracht, ebenso wie eine Sporthalle für die Arnold-von-Wied-Schule.

Mit einer breiten, fraktionsübergreifenden Mehrheit wurde auch die Verlängerung des Vertrages mit dem Generalintendanten des Bonner Theaters, Dr. Helmich, gestimmt. Das Bonner Theater stellt sich neu auf und öffnet sich weiter in die Stadtgesellschaft. Der eingeschlagene Weg des städtischen Theaters, Kultur für alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen anzubieten, wird durch die Vertragsverlängerung gefestigt und weiterentwickelt. Bereits jetzt gibt es tolle Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, Schulen, Quartiersmanagements aber auch der freien Szene in Bonn. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Kultur in Bonn.