Bäume fällen oder Verkehrswende voranbringen?

Die Verbreiterung des Radweges in der Beueler Rheinaue auf einer Strecke von 1,7 Kilometern sorgt derzeit für Schlagzeilen. Unsere Fraktion ist für den Ausbau des Radweges in der Rheinaue – auch wenn wir uns die Entscheidung hierfür nicht leicht gemacht haben. Bäume fällen oder die Verkehrswende voranbringen ist eine schwierige Abwägung. Für die 27 Bäume, die durch die Verbreitung des Radweges gefällt werden müssen, werden 100 Ersatzpflanzungen in Beuel vorgenommen.

Gabi Mayer Bild: ©s.h.schroeder

Wir brauchen Strategien, um dem Klimawandel zu begegnen und die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Der Ausbau des Radwegs in der rechtsrheinischen Rheinaue ist Teil der Maßnahmen zur Verkehrswende und Teil des Projekts „Emmissionsfreie Innenstadt“. Wie der Name schon sagt, sollen klimaschädliche Emissionen im Straßenverkehr durch die Förderung klimafreundlicher Verkehrsmittel verringert werden.

Die Höhere Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung Köln hat die Verbreiterung des stark frequentierten Radwegs in der rechtsrheinischen Rheinaue, der im Schnitt von 2.000 Radfahrenden täglich genutzt wird, genehmigt. Die Maßnahme wurde von der Bezirksregierung Köln in den Luftreinhalteplan Bonn aufgenommen. Zur Verbreiterung des Radweges ist die Stadt also gesetzlich verpflichtet. Darüber hinaus ist die Verbreiterung Bestandteil des Vergleichs zwischen dem Land NRW, der Stadt Bonn und der Deutschen Umwelthilfe vom Januar 2020. Die Deutsche Umwelthilfe hatte die Stadt Bonn verklagt, da der Bonner Luftreinhalteplan nicht eingehalten wird. Gelingt die Verkehrswende nicht in absehbarer Zeit, drohen Bonn Fahrverbote.

Alternative Radwegführungen, zum Beispiel durch die Elsa-Brändström-Straße, sind nicht möglich. Hier verhindern Straßenbreite, Baumbestand, die Tempo-30-Zone und der Linienbusverkehr die Errichtung eines Radweges. Die Verbreiterung des Radweges in der Rheinaue wurde von den politischen Gremien mit großer Mehrheit beschlossen – auch mit den Stimmen von CDU und FDP. Sollte der Ausbau des Radweges doch scheitern, kommen immense Kosten auf die Stadt Bonn zu. Die bereits beauftragte Baufirma könnte Schadenersatz geltend machen. Scheitert der Ausbau des Radweges, könnte auch das Gesamtprojekt „Emissionsfreie Innenstadt“ scheitern, sodass die Stadt auch die Fördermittel für andere Projekte zurückzahlen müsste.