Kulturausschuss: Erinnerung und Exil auf neuen Wegen

Im Kulturausschuss haben wir mit den Stimmen aller Fraktionen  ein vielleicht ganz wichtiges Projekt für Bonn auf den Weg gebracht. Wir haben eine Machbarkeitsstudie beschlossen, die prüfen soll, ob und wie der Windeckbunker in der Bonner Innenstadt geeignet ist, ein Forum für Exilkultur zu werden. Hintergrund ist das Angebot eines Sammlers, der der Stadt Bonn seine

Fenja Wittneven-Welter Bild: ©s.h.schroeder

beeindruckende Sammlung von Kunst und Literatur aus dem Exil zur Verfügung stellen würde. Der Bunker als Relikt von Krieg und NS-Zeit wäre ein großartiger Ort für diese Sammlung. Das Forum für Exilkultur soll sich aber nicht nur mit der Vergangenheit von 1933-45 auseinandersetzen, sondern, mit Unterstützung der UNO-Flüchtlingshilfe, auch um Flucht, Vertreibung und Migration heute. Stiftungen haben bereits ihr Interesse für eine Unterstützung des, in Europa in der Form einmaligen Projekts, in Aussicht gestellt. Wir warten nun ab, was die Machbarkeitsstudie zum baulichen Zustand und dem Umbaubedarf ermittelt, erst danach wird über die Realisierung entschieden.

Neuigkeiten gibt es auch zu unseren Bonner Erinnerungsstätten. Das Stadtmuseum, das Stadtarchiv und die Gedenkstätte bekommen ein gemeinsames Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen. Die drei Institute bilden zusammen das kulturelle und historische Gedächtnis unserer Stadt, deshalb ist es sinnvoll, durch eine organisatorisch neue Abteilung im Kulturamt ein „Dach“ zu haben, um Synergieeffekte zu erzielen. Gemeinsame Bildungsarbeit, Veranstaltungen, Depotstrategien und vieles mehr. Natürlich behalten die drei Institute ihre eigene wissenschaftliche Leitung und ihre Schwerpunkte. Auch dies wurde von allen Fraktionen, ob Koalition oder Opposition, zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Leiter des Stadtmuseums berichtete über die Neukonzeptionierung des Museums. Die Bonner Bürger:innen sind gefragt und werden befragt. Per E-Lastenfahrrad werden gerade in den Stadtbezirken die Erinnerungen der Menschen gesammelt. Mit großer Resonanz. Auch auf der Online-Plattform „Bonn macht mit“ und im neuen Laden in der Franziskanerstraße können die Bonner:innen sich an der Neukonzeption des Museums beteiligen und ihre Erinnerungen einbringen. Wir finden das einen tollen und innovativen Ansatz, deshalb: Macht mit!