Neustart für die Beethovenhalle

Unsere beharrliche Forderung, die Fertigstellung der Beethovenhalle neu aufzusetzen und nicht planlos weiterzubauen, trägt endlich Früchte. Mit dem Vorschlag der Verwaltung und dem entsprechenden Ratsbeschluss vom August wurde nun endlich mit der Berliner Häuser Baumanagement GmbH eine Firma ins Boot geholt, die als „Feuerwehr“ schon einige Projekte aus der Schieflage holen konnte. Dies hätte viel früher passieren müssen, so wäre der Stadt ein großer Schaden erspart geblieben. Ihr Können hat die Berliner Häuser Baumanagement GmbH unter

Alois Saß Bild: ©s.h.schroeder

anderem bei der Elbphilharmonie und beim Berliner Flughafen unter Beweis gestellt. Die Berliner Häuser Baumanagement GmbH hat die Arbeit aufgenommen, unter dem treffenden Namen „Neustart“ ein Konzept skizziert, wie die zukünftige Projektleitung aufgestellt werden kann. Zur Erarbeitung eines Planes, wie die Beethovenhalle unter dieser Projektleitung fertiggestellt werden kann, wurde zunächst der aktuelle Stand erhoben. Aus den Erfahrungen mit anderen verfahrenen Bauprojekten ist die Einschätzung, dass zwar das Projekt weiter fortgeschritten ist, als es zu befürchten war, auch wenn Mängel in der Führungsorganisation und -kommunikation festzustellen sind. Diese Mängel gilt es durch den Projektleiter abzustellen. Ein neuer Zeit- und Budgetplan soll bis Ende des Jahres vorgelegt werden, der dann zu prüfen und zu beschließen ist. Wir werden uns mit diesem Plan auseinanderzusetzen haben und diesen darauf prüfen, ob damit eine realistische Fertigstellung der Beethovenhalle gewährleistet ist und die dafür notwendigen weiteren benötigten finanziellen Ressourcen für die Fertigstellung der Beethovenhalle angemessen sind. Da dieser Plan dann von dem Projektleiter erstellt ist, ist dann zumindest eine klare Verantwortlichkeit für den Weiterbau gegeben. Die Verantwortlichkeit für die bisherige Misere wird danach geklärt werden können.

Wir waren immer gegen die Luxussanierung der Beethovenhalle. Eine reine Sanierung, um die Betriebssicherheit der denkmalgeschützten Halle zu gewährleisten, für die wir als SPD gestimmt hatten, wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen. Das wurde auch in der Sitzung des Projektbeirates nochmals bestätigt. Hier hieß es von leitender Stelle: Die Beethovenhalle in der Form zu sanieren sei vergleichbar damit, als würde man in ein historisches Cabriolet erst einen starken Verbrennungsmotor einbauen und im nächsten Schritt das Ganze in ein E-Mobil verwandeln. Das sollte den Fraktionen zu denken geben, die damals gegen den Willen der Verwaltung und gegen die Stimmen der SPD die umfangreiche Sanierung und Modernisierung mit allen Konsequenzen durchgedrückt haben – für ein Gebäude, das auf den Trümmern der ehemaligen Frauenklinik errichtet wurde.