Wirtschaftsausschuss: Fachkräftemangel macht Betrieben zu schaffen

Bericht aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom 22.11.2022, u.a. zu Fachkräftemangel und dem Bonner Arbeitsmarkt.

Vertreter der Agentur für Arbeit und der Handwerkskammer zu Köln beklagten den Mangel an Fachkräften. Es gibt zu wenige Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen. Das liegt auch daran, dass die Vorstellungen an eine Ausbildung nicht mit den Ausbildungsstellen übereinstimmen. Hinzu kommt, dass es auch an den Berufskollegs an Lehrkräften mangelt. Eine Umfrage ergab, dass die Zahl der offenen Stellen steigt. Konkret fehlen 60% Fachkräfte, 20% Lehrkräfte und 20% Hilfskräfte. Hier muss sich dringend etwas ändern. Fest steht, dass sich der Mangel nicht allein durch Arbeitsmigration ausgleichen lässt. Jobs müssen attraktiv sein, sodass sich Nachwuchs findet. Gleichzeitig muss der gesellschaftliche Stellenwert einer Ausbildung erhöht werden.

Alois Saß Bild: ©s.h.schroeder

Erfreulich ist, dass Bonn dank des Kurzarbeitergeldes auch in der Pandemie einen stabilen Arbeitsmarkt verzeichnete. Aktuell steigt trotz des Kriegs in der Ukraine und des Mangels an Fachkräften die Zahl der Beschäftigten. Zwar ist die Konjunkturlage stabil und die Mehrheit der Betriebe hat eine gleichbleibende Auftragslage, aber die Lieferengpässe und Preissteigerungen lassen die Betriebe düster in die Zukunft blicken. Darüber hinaus präsentierte ein Vertreter des Jobcenters die Zahlen der Jugendarbeitslosigkeit in Bonn: 500 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sind arbeitslos. Davon haben 69 keinen Schulabschluss. Insgesamt erhalten in Bonn 4200 Jugendliche Leistungen des Jobcenters, entweder aufgrund von Arbeitslosigkeit, oder als Ergänzung zur schulischen bzw. betrieblichen Ausbildung. Von diesen Leistungsbeziehenden haben 1/3 einen Fluchthintergrund. Insgesamt sind 10 % der Menschen, die Leistungen des Jobcenters erhalten, Geflüchtete aus der Ukraine. Eine erfreuliche Entwicklung ist die steigende Bereitschaft der Betriebe, Langzeitarbeitslose einzustellen – auch ohne die Leistung von Kompensationszahlungen. Das Jobcenter begrüßt, dass mit der Einführung des Bürgergeldes mehr Mittel für die berufliche Wiedereingliederung bereit stehen werden.