Sebastian-Dani-Medaille 2020

Seit 2004 verleiht die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn in Erinnerung an Sebastian Dani, den legendären Stadtdirektor der Nachkriegszeit, die „Sebastian-Dani-Medaille“. Die Medaille wird im Rahmen einer kleinen Feier überreicht.

Sebastian Dani, Bonner Stadtdirektor von 1946 bis 1964, fühlte sich bei seiner Arbeit für das Soziale Bonn stets dem Leitsatz „Wir müssen helfen und nicht Akten anlegen“ verpflichtet. Im Krieg von den Nazis verfolgt, war er in den Jahren des Wiederaufbaus für den gesamten Sozialbereich der Stadt Bonn verantwortlich.

Das sind die Preisträger*innen 2020:

Bei dem im März verhängten Corona-Shut Down waren Obdachlose von den Auswirkungen dieser Maßnahme, aufgrund ihrer speziellen Lebenslage, besonders hart betroffen. Herr Sloot hat nicht lange gefragt, sondern gemacht! Er kaufte Brötchen, etwas Aufschnitt, Margarine und hat belegte Brötchen geschmiert. Diese wurden dann in einen Bollerwagen gepackt, zu den unterversorgten Obdachlosen, zur Unterführung am Kaiserplatz gebracht und dort an die bedürftigen Frauen und Männer verteilt. Das kam so gut an, dass Jörn Sloot und seine Partnerin, Monika Tscherner, das Angebot ausgeweitet haben und mit dem Wohnmobil, als mobile Verteilstation, in Bonn am ZOB die Hilfsgüter unter die Menschen brachten.

Social Media macht es möglich, es wurde das Corona Team Bonn als Facebook-Gruppe ins Leben gerufen und organisiert, mittlerweile hat diese Gruppe 449 Mitglieder. Da die dauerhafte Verteilung der Hilfsmittel am Kaiserplatz nicht optimal durchführbar war, wird nun das Essen und die Hilfsmittel in der Freien evangelischen Gemeinde in der Hatschiergasse verteilt. Zusammen mit „Taste of India“ unterstützen sie sich gegenseitig und schaffen es, Menschen zu motivieren und zu sammeln, die in der Not für andere da sind.

Herr Sloot ist ein Musterbeispiel dafür, wie man schnell, mutig und unbürokratisch in einer Krise hilft.

Behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu fördern und ihre Familien zu unterstützen – das ist das Anliegen des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Bonn. Bereits 1962 gründeten Eltern den Bonner Verein. Zu der Zeit gab es kein adäquates Angebot an Therapien, Kindergärten und Schulen für ihre behinderten Kinder. In den darauffolgenden Jahren wirkte der Verein bei der Gründung verschiedener Einrichtungen mit, die er auch heute noch regelmäßig unterstützt.  Der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Bonn engagiert sich in vielfältiger Weise für behinderte Menschen und ihre Familien.
Damit ein Verein all das leisten kann, braucht es treibende Kräfte, die sich weit über das „normale“ Maß hinaus für die Ziele des Vereins einsetzen und ihn am Laufen halten. Hierzu zählen Sabine Ising und Beatrix Losem.

Frau Losem ist Mutter einer Tochter und eines Sohns, der eine komplexe Körperbehinderung hat. Sie hat sich während der Schulzeit Ihres Sohnes in besonderem Maße engagiert und war lange Jahre Schulpflegschaftsvorsitzende. Im Rahmen ihrer Arbeit für den Förderverein (Verein für Körper und mehrfachbehinderte Menschen, Bonn VKMB) organisierte sie sowohl für den DRK Kindergarten, für die Wohneinrichtung im TZ (Beuel) und vor allem für die Schule immer wieder Aktionen, um durch Spenden besondere Anschaffungen und Aktionen zu ermöglichen. Frau Losem initiierte Ferienmaßnahmen für die Schülerinnen und Schüler in der Schule und auch außerhalb. Mit ihrer Beharrlichkeit und dem klaren Blick für die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler brachte sie es immer wieder fertig, dass genügend Personal vor Ort war, um den Kindern und Jugendlichen eine gewinnbringende Zeit zu ermöglichen. Dicke Bretter mussten gebohrt werden aber wer Frau Losem kennt, weiß, dass sie nicht davor zurückschreckt.

Frau Ising hat einen Sohn mit einer komplexen Beeinträchtigung, der in seinem letzten Schuljahr die LVR Christophorusschule besucht, sowie zwei weitere Kinder, die bereits erwachsen sind. Mit absoluter Selbstverständlichkeit war sie von Anfang an Klassenpflegschaftsvorsitzende und nahm alle Aufgaben wahr. Vor einigen Jahren begann sie sich im Förderverein zu engagieren. Zusammen mit Frau Losem wurden unzählige Anträge für Projekte geschrieben und Gelder akquiriert, die vor allem der Schule zu Gute kamen. Klassenfahrten, Schulbus, individuelle Förderung. Neugestaltung des Schulhofs, Einrichtung des Förderraums für schwerstbehinderte Schüler*innen, Besuche auf dem Bauernhof, Museumsfreizeiten. Die Liste ist unendlich und so ist es auch mit den Ideen und dem Einsatz von Frau Ising. Im Qualitätszirkel der Stadt zum Thema „Integrationsassistenzen“ vertritt Frau Ising die Belange der Eltern von Kindern mit Behinderung.

Frau Ising und Frau Losem sind ein eingespieltes Team. Sie setzen sich ein für die Kinder und Jugendlichen mit Körperbehinderung, sind für die Eltern immer ansprechbar, sind hervorragend vernetzt und immer voller neuer Ideen. Trotz der familiären Herausforderung, die beide Söhne für die Mütter darstellten, haben Frau Ising und Frau Losem es geschafft, sich in außerordentlicher Weise ehrenamtlich zu engagieren und auch noch soweit wie möglich berufstätig zu sein.